Ostsee Schleswig-Holstein:
Die schönsten Orte abseits der Massen.
Timmendorfer Strand und Travemünde kennt jeder. Aber die Ostseeküste Schleswig-Holsteins hat noch ganz andere Ecken — ruhig, unbekannt, wunderschön.
veröffentlicht 5. Mai 2026

Es gibt zwei Ostseeküsten in Schleswig-Holstein. Die eine ist gut erschlossen, gut vermarktet und in den Sommermonaten entsprechend gut besucht: Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Grömitz. Die andere ist immer noch da, wenn man weiß wo man suchen muss — weniger Promenade, mehr Strand. Weniger Strandkorb-Reihen, mehr Dünen. Weniger Après-Strand-Bar, mehr Stille.
Die Ostsee in Schleswig-Holstein ist zudem meteorologisch eine eigene Kategorie: Die Insel Fehmarn gehört mit zu den sonnenscheinreichsten Orten Deutschlands. Das Wasser ist im Sommer deutlich wärmer als in der Nordsee. Und die Landschaft an der Küste — Kreideküsten fehlen hier zwar, dafür gibt es Buchten, Halbinseln und Bodden, die in ihrer Ruhe an Skandinavien erinnern.
Kellenhusen und Dahme
Kellenhusen und Dahme sind zwei benachbarte kleine Orte zwischen Lübeck und Fehmarn — und beide noch weitgehend unberührt von der großen Tourismuswelle. Kellenhusen hat einen langen, breiten Strand mit Dünen, einen kleinen Hafen und kaum mehr als ein paar hundert Einwohner. In der Hochsaison kommen Tagesausflügler, aber selbst dann ist es ruhig genug, dass man morgens am leeren Strand spazieren kann.
Dahme ist noch kleiner und noch ruhiger. Der Strand ist breiter, die Dünenlandschaft ausgeprägter, der Horizont weiter. Wer sich auf Dahme einlässt, versteht schnell, warum es auch unter Stammgästen eine fast religiöse Treue zu diesem Ort gibt.
Heiligenhafen und die Halbinsel
Heiligenhafen liegt dort, wo die Ostseeküste nach Norden knickt — auf einer kleinen Halbinsel, umgeben von Wasser auf drei Seiten. Der alte Hafen, die Strandpromenade und der Leuchtturm sind die Wahrzeichen. Was Heiligenhafen wirklich besonders macht: die Lage am Eingang zu Fehmarn und der Blick auf den Burger Binnensee, eine Lagune, die optisch eher an Kroatien erinnert als an Norddeutschland.
Vom Hafen in Heiligenhafen nach Großenbrode führt eine Straße über einen Damm, der die Halbinsel erschließt — ein Erlebnis, das man nicht vergisst: Wasser auf beiden Seiten, endloser Himmel.
Fehmarn — die Sonneninsel
Fehmarn ist die drittgrößte deutsche Insel und — das ist tatsächlich gemessen — einer der sonnenscheinreichsten Orte in Deutschland. Die Fähre zur dänischen Insel Rødby und der Fehmarnbelt-Tunnel (im Bau) machen Fehmarn zu einem europäischen Verkehrsknotenpunkt, der auf einer Insel liegt, die sich davon bisher kaum hat stören lassen.
Die Strände auf Fehmarn sind lang und flach, das Wasser flachwassertauglich für Kinder und Windsurf-geeignet für Fortgeschrittene. Burg auf Fehmarn ist die einzige echte Stadt auf der Insel — mit Marktplatz, Kirche und dem merkwürdig charmanten Gefühl einer Gemeinschaft, die weiß, dass sie auf einer Insel lebt. Der Staberhuk-Leuchtturm im Südosten der Insel ist einer der schönsten Plätze in ganz Schleswig-Holstein: Leuchtturm, Strand, Klippen, Weite.
Eckernförde — die Stadt an der Bucht
Eckernförde liegt an einer tief ins Land einschneidenden Bucht zwischen Kiel und der dänischen Grenze. Der alte Hafen mit seinen Räuchereien ist das Herzstück: Hier werden seit Jahrhunderten Sprotten geräuchert, die als „Kieler Sprotten" berühmt sind — obwohl sie aus Eckernförde stammen, eine historische Verwechslung, über die die Eckernförder stoisch hinwegsehen.
Die Altstadt von Eckernförde ist kompakt und gut erhalten. Der Strand ist lang, das Wasser in der Bucht ungewöhnlich warm für die Ostsee. Segeln ist hier Volkssport.
„Die Ostsee hat bei gutem Wetter eine Farbe, für die es kein deutsches Wort gibt. Irgendwo zwischen Smaragd und Petrol und dem Blau, das man nur kennt, wenn man vor Ort war."
Die beste Reisezeit
Juni bis August ist Hochsaison — Wassertemperaturen um 18–22 °C, lange Abende, aber auch mehr Besucher. Mai und September sind die geheimen Monate: noch oder wieder ruhig, Wetter oft besser als erwartet, Preise deutlich niedriger. Fehmarn profitiert besonders von der Herbstsonne — Oktober kann auf Fehmarn noch richtig warm sein.
Anfahrt
Kellenhusen/Dahme: Von Hamburg ca. 1:30 h (A1 Richtung Lübeck, weiter B501). Heiligenhafen/Fehmarn: Von Hamburg ca. 1:45 h (A1, dann Richtung Puttgarden). Eckernförde: Von Kiel ca. 25 min (B76), von Hamburg ca. 1:30 h.
Die stillen Ecken der Ostseeküste verschwinden. Nicht schnell — aber sie verschwinden. Wer jetzt kommt, kommt noch rechtzeitig.
NOORD 01 — Ausgangspunkt für die Ostsee
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